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Bills Bitch - P12 - (Oneshot)

Titel: Bills Bitch
Autor: unverdorben
Charaktere: Bill, Tom
Rating: P12
Warnungen/Genre: Midnightproductions lässt grüßen/ Experiment
Zusammenfassung: "Wer über gewisse Dinge nicht den Verstand verliert, der hat keinen zu verlieren."
Disclaimer: Die Herren K. gehören sich selbst.



Es gibt Nächte, in denen Tom Kaulitz auf seinem Bett sitzt und nicht weiter weiß. Er ist ein Mann, verdammt, er hat nie gelernt, sich mit Schokolade voll zu stopfen und in den Schlaf zu heulen. Sein Patentrezept gegen Gefühlsduseleien jeder Art sind Saufen und Ficken, aber in diesem einen speziellen Fall hilft weder das eine noch das andere. Beides zusammen noch viel weniger.
Schuld an dem speziellen Fall ist Bill, sein Zwilling. Sein kleiner, unschuldiger Bruder.

Es war abzusehen, dass die Twincest-Fantasien ihrer Fans ihnen irgendwann ein Bein stellen würden. Dass ausgerechnet er stolpern würde, während alle anderen einen großen Schritt machten und gerade weiterliefen, hätte Tom sich nicht träumen lassen. Aber genau so ist es gekommen und jetzt sitzt er auf seinem Bett und will schreien.

Angefangen hatte es ganz harmlos – natürlich, sie waren minderjährig gewesen, ihr Management hatte keine Lust gehabt, sich noch mehr Ärger mit dem Jugendamt einzuhandeln. Der Aufstand darüber, dass sie auch schon mit sechzehn, siebzehn Jahren ihre Erfolge angemessen feiern wollten, war groß genug gewesen. Es war also eine schleichende Entwicklung gewesen, so langsam, dass man gar nicht wahrnahm, wie sie voranschritt, und sie wäre vielleicht nie zu einem Problem geworden, wenn sie nicht irgendwann volljährig geworden wären. Waren sie aber. Und seitdem wünschte Tom sich, ein Mädchen zu sein, das sich bei seiner besten Freundin im großen Stil über die bösen Männer beklagen konnte.

Sie hatten anfangs nicht gewusst, wie sie damit umgehen sollten, dass überall im Netz Manipulationen auftauchten, die sie in viel sagenden Posen zeigten. Die Bilder breiteten sich schneller aus als jede klassische Pandemie; wahrscheinlich, weil niemand sich die Mühe gemacht hatte, ernsthaft gegen sie vorzugehen. Und jetzt tut es erst recht niemand.
Jetzt sind diese Bilder fester Bestandteil des PR-Konzeptes, genau wie die Klischeeüberladenen Machwerke, an denen ihre Fans ihre fehlgeleiteten Schriftstellerambitionen austoben.
Sie hatten vor Jahren beschlossen, es lustig zu finden. Sein Bruder lacht sich noch immer darüber kaputt, was im Kopf der durchschnittlichen Vierzehnjährigen passiert, aber Tom ist das Lachen längst vergangen. Die Momente, in denen Bill auf der Bühne um ihn herumscharwenzelt wie ein notgeiler Kater um eine rollige Katze oder sich während Interviews mal mehr, mal weniger subtil auf seinen Schoß setzt, haben nichts verschwörerisches mehr.

Sie waren ein eingespieltes Team gewesen, die perfekten Schauspieler, und es hatte Spaß gemacht, die Selbstbeherrschung ihrer Fans zu Matsch schmelzen zu lassen, indem sie miteinander auf Tuchfühlung gingen. Es war ja nicht schlimm – Bill war und ist immer noch sein Zwilling.

Sie sind neun Monate lang im gleichen Bauch herumgesuppt, haben auf dem gleichen Wickeltisch die Windeln gewechselt bekommen und bei Gewitter nicht bei den Eltern, sondern beim Bruder im Bett geschlafen. Sie sind mit vier Jahren splitternackt zusammen vor dem bodenlangen Spiegel im Flur gestanden und haben ihre kleinen Schwänze begutachtet. Natürlich durfte der andere auch anfassen.

Sie haben aufgehört, gemeinsam zu baden, weil die Wanne irgendwann zu klein geworden ist, und nicht, weil sie zu alt geworden wären. Stattdessen haben sie sich von da an nackt oder zumindest mit heruntergelassenen Hosen gesehen, wenn sie sich einen herunter geholt haben. Das machen sie noch immer. Sie haben nichts, was der andere nicht selbst hätte – warum sollte der eine also das Zimmer verlassen, wenn der andere seine Hand in der Hose verschwinden lässt.

Manchmal wichsen sie sich auch gegenseitig. Es fühlt sich einfach besser an, von einer fremden Hand gestreichelt zu werden, und den Zwilling um einen Gefallen zu bitten ist viel einfacher, als sich auf die eigene Hand zu legen, bis sie taub wird. Tom ist sowieso der Meinung, dass Bills Handjobs die besten überhaupt sind, weil niemand sonst so genau weiß, worauf er steht, und das ohne dass er jemals etwas sagen musste.

Vor einem Jahr hat Tom noch überlegt, ob sie nicht vielleicht einen Schritt weiter gehen sollten. Seinen eigenen Schwanz würde er immerhin lutschen, wenn er denn könnte, und Bills Schwanz ist ja irgendwie auch seiner. Jetzt, auf dem Bett, könnte Tom wegen solchen Überlegungen kotzen.

Schuld ist Bill. Sein kleiner Bruder, der seinen Mund vor tausenden von Fans in die richtige Höhe für einen Blowjob bringt und ihn durch getuschte Wimpern anlurt, als wolle er ihn dazu bringen, die Gitarre wegzuwerfen und einen Striptease hinzulegen. Es ist kein Spiel mehr, wenn Bill ihn wie zufällig an den unpassendsten Körperstellen berührt. Es ist vor allem nicht mehr lustig.

Für Tom gibt es schlimmeres, als von seinem Zwilling betatscht zu werden. Bill ist nicht giftig, Bill ist der von ihm am meisten geliebte Mensch auf der ganzen verfickten Welt. Er könnte niemandem leichter einen unfreiwilligen Klaps auf den Hintern verzeihen als ihm. Und dann ist Bills Hintern ja eine exakte Kopie seines Allerwertesten und den fasst er schließlich auch ohne jede Scheu an.

Das Schlimme für Tom ist, wenn er sich abends im Hotel an Bill lehnen und seine Körperwärme spüren will. Das Gefühl von Bills Gewicht gegen seines hat ihn schon immer beruhigt. Das Schlimme ist, dass Bill ihn wegschiebt, wenn er seine Nase in sein T-Shirt drücken will, und „Lass die Schwuchteleien“ sagt. Das Schlimme ist, dass Bill dann nicht verärgert klingt oder so, als wolle er Tom wegen seinem für einen Gangster lächerlichen Kuschelbedürfnis aufziehen. Bills Stimme klingt dann wie eine Hand, die eine Fliege wegwischt, desinteressiert und leicht genervt. Für Bill sind es drei Wörter, für Tom sind es drei Stiche ins Herz und der Grund dafür, dass in einem Hotel in Paris die Nachttischlampe kaputt gegangen ist. Tom hat gesagt, er hätte sie morgens, als er nach seinem Handy getastet habe, versehentlich herunter gestoßen und das dicke Milchglas wäre auf dem Teppich zerbrochen. Es war eine offensichtliche Lüge, aber Bill hat viel zu oberflächlich zugehört, um es zu merken.

Wenn Tom ein Mädchen wäre, könnte er eine Szene machen. Er könnte Bill ein Arschloch ohne einen Funken Einfühlungsvermögen nennen und ihm vielleicht sogar eine runterhauen. Aber er ist ein Mann und Bills Bruder und zu allem Überfluss auch noch älter als er. Er hat Bill zu beschützen und zu wissen, wo´s langgeht. Das Schlimme ist, dass Tom im Wald steht und Bill schuld daran ist.

Ab und zu besuchen sie sich noch im Bett. Ein, zwei Stunden nach dem Schlafgehen steht einer von ihnen auf und tappt auf nackten Sohlen ins Zimmer des anderen und kriecht wortlos unter seine Decke. Wenn die kalten Füße des Besuchers aufgewärmt sind, rutschen sie auseinander und hören sich gegenseitig beim Atmen zu, bis sie wegdämmern. Tom hatte nie das Bedürfnis, eine Arm um Bill zu legen und ihn festzuhalten, und jetzt, wo er es hat, strampelt Bill sich frei, sobald er Toms Brust an seinem Rücken spürt, und wenn es ihm durch Toms Körper zu warm wird, zieht er in das verlassene Bett um und schläft dort weiter. Wenn Tom morgens allein aufwacht, setzt er sich in den Kissen auf und möchte heulen, bis ihm die Wimperntusche verläuft. Es wäre so viel einfacher, wenn er kein harter Kerl wäre.

Wenn sie drei Stunden später ein Mikro vor die Fresse gehalten bekommen und die immergleichen Fragen durchkauen müssen wie alten Kaugummi, lacht Bill ihn an und stupst sein Knie gegen Toms. Das Schlimme ist nicht, dass sie für ein Leben als Stars viel verkaufen müssen. Privatleben ade und so, worüber man eben lächelt und sagt, man fände es nicht so schlimm, bis man tatsächlich zur Kasse gebeten wird. Das Schlimme ist, dass Tom nicht gewusst hat, dass er sich nicht nur mit den Groupies, sondern auch mit seinem Bruder prostituieren muss.

Und Bill ist schuld, denn er ist derjenige, der ihre Geschwisterliebe wie ein Marktschreier feilbietet und Tom abseits der Augen der skandalgeilen Fans weniger Aufmerksamkeit zukommen lässt als dem Stuhl, auf dem er sitzt und den er mit seinen Nietengürteln nicht zerkratzen möchte. Tom hat nicht gewusst, dass die schwärmerischen Blicke, die er mit Bill austauscht, in dem Gefühl gipfeln würden, von seinem Zwilling benutzt und verkauft zu werden. Die Band ist Bills Lebenstraum und Tom ist eine Selbstverständlichkeit, aus der sich dank der perversen Vorstellungen pubertierender Mädchen mehr Nutzen schlagen lässt als nur die Besetzung des Gitarristen.

Und jetzt spielen sie ein Konzert in einer lauten Stadt, deren Namen er weder richtig aussprechen noch auf Anhieb fehlerfrei schreiben kann, und Tom gibt sich alle Mühe, nicht zu verkrampfen, während Bill ihn grinsend von der Seite anrammelt, als eine Basecap auf die Bühne fliegt. Tom nimmt sie später mit in die Garderobe und von dort ins Hotelzimmer. Ihr Schirm ist rot, darüber ist mit weißem Garn der Schriftzug Bill´s Bitch aufgestickt. Tom ruft bei der Rezeption an, seinem Bruder auf keinen Fall eine Keycard für seine Tür zu geben, setzt sich aufs Bett und weint.
Tags: [genre] slash, [rating] p12, bill x tom
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