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777 - Dein Blut in meinen Adern - P18 - BillxTom - (1/7)

Sünde Superbia ° Hochmut
Autor: unverdorben
Charaktere: Bill, Tom
Rating: P16
Warnungen/Genre: Am Anfang war auch der Teufel ein Engel.
Zusammenfassung: ...die liebe Fankontaktgeschichte
Disclaimer: Die Zwillinge wurden mir gestern zum Schnäppchenpreis von Jost himself angeboten - ich konnte nicht nein sagen.
Wer das Zitat erkennt ohne zu googlen, darf sich erwachsen und eingebildet fühlen.
Kommentar: Geschrieben für 7_suenden.



Den Teufel spürt das Völkchen nie
Und wenn er sie beim Kragen hätte


Weiß der Teufel, wie sie es geschafft haben, sich an der Security vorbeizuschmuggeln. Sie stehen auf einmal wie aus dem Boden gewachsen in der Tür unserer Garderobe und starren uns an.

Bill verdreht die Augen, nimmt zwei Autogrammkarten vom Tisch und einen Edding. Er unterschreibt im Gehen.

Sie nehmen ihm die Karten in Zeitlupe aus der Hand, lächeln, starren und bewegen sich keinen Zentimeter. Na toll.

„Vielen Dank für eure Unterstützung“, grinst Bill halbherzig. Und euer Taschengeld.

Aber sie bewegen sich immer noch nicht. Mädels, Tokio Hotel hat jetzt Feierabend und Klein-Tommy braucht auch mal eine Pause, sonst bricht er sich noch was. Das versteht ihr Süßen doch?

Anscheinend nicht.

„Hmja, können wir noch was für euch tun?“
Was müssen wir machen, damit ihr uns in Ruhe lasst?

Die Salzsäulen lächeln selig weiter. Wunderbar, zwei von der schüchternen Sorte. Wie... niedlich.

Bill wirft mir einen Hilfe suchenden Blick über die Schulter zu. Da muss wohl der Checker ran. Mein kleiner Romeo darf ja nicht.

Ich schlendere lässig zu dem Grüppchen rüber, werfe mich in Positur, ziehe Bill den Edding aus den Fingern und dem Mäuschen mit dem Pferdeschwanz das ohnehin schon tief sitzende Top noch ein Stück weiter nach unten. Sie trägt einen knallpinken HM-BH. Standard. Aber die Titten können sich sehen lassen.

Ja, Brüderchen, ich muss mich mit der linken Hand an ihrem Ausschnitt festhalten und mich mit dem rechten Arm auf ihren Möpsen abstützen, wenn ich ordentlich auf ihrer Front unterschreiben will. Neidisch, hm? Tja, Pech. Vertrag ist Vertrag. Aber ich will ja nicht so sein, Mäuschen Nummer Zwei wird ein bisschen weniger begrabbelt. Hat auch nicht so viel zu bieten wie ihr Fickgestell von Freundin.

So, nun ist aber genug. Noch ein Augenzwinkern, wir haben euch ja auch so lieb, und jetzt Abgang, bitte.

Aber denkste. Penetrante Weibsen.

Bill lächelt charmant und macht einen Schritt auf sie zu. Richtung Tür. „Hat uns wirklich sehr gefreut, euch kennen zu lernen. Ihr kommt doch auf unser Konzert in Hamburg?“

Seliges Nicken. Ok, jetzt wird es nervig. Ich verziehe mich zurück auf die Couch und lasse Bill den einfühlsamen Rausschmeißer mimen. Ischen becircen kann er eh besser als ich.

Also nicht, dass ich ihm da irgendwie groß nachstehen würde – nur was das Süßholzraspeln angeht, hat er einfach mehr Erfahrung. Ich rede Weiber ins Bett, Bill redet sie in den siebten Himmel.

„...also wenn alle unsere Fans so süß wären wie ihr...“, höre ich ihn sülzen, während ich eine Dose Red Bull zischen lasse. Wenn sie alle so nervtötend wären, könnte ich mich erschießen gehen.

Andrerseits sind die Weiber die perfekte Altersvorsorge – eigentlich sollte ich jetzt schon anfangen, mein ganz persönliches Eigenerzeugnis einfrieren zu lassen, damit ich später auch einen angemessenen Vorrat zum Verscherbeln habe.

„Du bist widerlich“, hat Bill gesagt. Mag sein, Junge, mag sein. Aber binnen 10 Minuten einen vierstelligen Verdienst zu machen, das hat was. Und wenn wir zusammenlegen, so im Sinne von Überraschungsei, dann wäre das der Verkaufsschlager schlechthin.

„Ihr wollt euer Sperma zusammenschütten?!“ Gustav hat geschaut wie eine Kuh, wenn’s donnert, und Bill konnte sich nicht mal verteidigen, weil er mit Georg um die Wette lachen musste. Wer so dämliche Grimassen zustande bringt wie unser Lieblingsdrummer, der hat es nicht anders verdient, wenn man sich wegen ihm das Zwerchfell ruiniert.

„Klar, dann ist die Spannung größer. Wär´ doch langweilig, wenn du von vornherein wüsstest, dass da nur ein Halbgott bei rauskommen kann.“

Das hat anscheinend Bills Ehrgeiz aus dem Dornröschenschlaf gerissen: mein Bruder hat nur die Augenbrauen hochgezogen und grinsend nach Luft gerungen. „Als ob du dann auch nur den Hauch einer Chance hättest.“

„Ach, du nimmst die Herausforderung an? Mutig, mutig!“ Ich habe ihm auf die Schulter geklopft und den Anflug von Himbeerrosa auf seinen Wangen geflissentlich übersehen. Mein Kleiner enttäuscht mich eben nie.

„Also wir würden uns ja echt gern noch weiter mit euch unterhalten, aber...“

Kann der sich mal beeilen? Er soll die Weibsen vor die Tür befördern, nicht vor den Traualtar. Soweit kommt´s noch. Wenn der mich jemals zum Schwager einer dieser obsessiven Schnallen machen sollte, lass ich mich scheiden. Oder wie auch immer man das nennt, wenn man sich per Gerichtsbeschluss seines Bruders entledigt.

Wenn diese gottverdammte Fankontaktgeschichte nicht wäre, läge ich jetzt schon in meinem weichen, warmen Bett und würde den Abend gepflegt mit Chips und Bill ausklingen lassen. Stattdessen hänge ich hier auf einem dieser unbequemen Designersofas, lasse mir von meinem Gummibärchensaft die Eingeweide verkleben und wünsche diese fiese XX-Kombination, die Quelle von Migräne, Zickenterror und dem verhängnisvollen Satz „Oh mein Gott, wie süüüß!“, auf den Mond. Oder auf den Pluto. Oder war der Neptun der letzte Planet? Egal, Hauptsache möglichst weit weg von mir und meinem wohlverdienten Feierabend.

Ich könnte natürlich einfach gehen, aber die Vorstellung, meinen tapferen Soldaten allein an der Front stehen zu lassen, widerstrebt mir sogar noch mehr als die Aussicht auf seine unweigerlich folgende Standpauke – und der Knabe hat Stimmvolumen.

Also ergebe ich mich in mein bitteres Schicksal und warte geschlagene achteinhalb Minuten, bis die Tür endlich hinter dem Schlampenstempel der dekolleteelosen Dünnen ins Schloss fällt.

Bill stöhnt geschafft. Ich hieve mich zurück in die Senkrechte, lege ihm einen Arm um die Schultern und geleite ihn auf unsere Zimmer.

„Wie kann man nur so leise sprechen und trotzdem so spucken?“, fragt er, lässt sich auf mein Bett fallen und breitet die Arme aus wie Jesus am Kreuz.

„Wie kann man nur so charmant und trotzdem so ein Arsch sein?“, frage ich zurück und haue mich neben ihn.

„Und die mit dem Zopf – so eine Pferdefresse hab ich schon lang nicht mehr gesehen.“
„Kann eben nicht jeder so geil sein wie wir“, quittiere ich gähnend.
„Punkt für dich.“
„Für uns.“
„Ach.“ Er dreht sich auf die Seite und stützt sich mit dem Ellbogen auf. „Heißt es nicht, du sollst keine anderen Götter haben neben mir?“
„Willkommen im Fegefeuer“, raune ich und drücke ihm einen kurzen, harten Kuss auf den Mund.


Tags: [genre] slash, [rating] p16, bill x tom
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